Die, Stadt, kocht, Berlin, Kochbuch

Florian Bolk und Eva-Maria Hilkner schaffen es, mit ihrem Buch “Die Stadt kocht. Das Berlin-Kochbuch” dem Leser nicht nur Lust auf das Kochen der Rezepte zu machen, vielmehr möchte man sich das Buch schnappen und beim nächsten Restaurantbesuch jede Zutat einzeln herauszuschmecken.

Im Berlin Kochbuch geht es also viel weniger darum, Rezepte vorzustellen, als viel mehr darum, die Stadt Berlin in ihrer ganzen kulinarischen Vielfalt zu präsentieren. Hier trifft Sternekoch Tim Raue auf Club-Urgestein Heinz Gindullis, der mit dem Cookies in Mitte seit mehr als 18 Jahren einen Treffpunkt für Stars, Nachteulen und Gourmets geschaffen hat. Geschmückt sind die kleinen Biografien der Restaurants mit fantastischen Rezepten, wunderbaren Bildern und kleinen Anekdoten.

Das Cover des Buches steht eigentlich im Widerspruch zu seinem Inhalt. Während es eher locker und mit typischem Berliner Chaos-Charme wirbt, überzeugen die Rezepte auf höchstem Niveau. Der Anspruch liegt auch gar nicht darin, eine schnodderige „Das-könnt-ihr-auch-selber-Rezepte-Sammlung“ zu veröffentlichen, sondern zu zeigen, was die Hauptstadt inzwischen kulinarisch zu bieten hat. Der Verlag Le Schicken, der das Buch als erstes überhaupt herausgebracht hat, erklärt es so:

„Dieses Buch ist eine Momentaufnahme Berlins, der Stadt, in der es die aufregendste und innovativste Küche gibt. Die Stadt kocht – das ist wortwörtlich zu verstehen. Denn wie im Zeitraffer hat sich eine zweckmäßige Kochkunst innerhalb kürzester Zeit zu einer Küche gemausert, die internationale Vergleiche nicht fürchten muss.“

Oscar-Preisträger Pepe Danquart schafft mit seinem Zitat den schönsten und vielleicht auch treffendsten Vergleich, den sich alle vertretenden Künstler und Köche ganz sicher gern gefallen lassen. Er erklärt: „Die Gastronomie in Berlin ist in ihrer Vielfalt und ihrem Avantgardebewusstsein wie die Kunstszene New Yorks in den 80iger Jahren. Das waren Zeiten des Aufbrauchs, des Pops und des Punkrocks, die Zeiten Warhols, von „the factory“ und Lou Reed(…) Und das alles ist nicht nur arm und sexy, sondern reich an Geschmack und dabei manchmal auch noch erotisch.“_MG_9336

 Text: Katharina Flick / Bild: Katja Zimmermann