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Paula Gouveia, Besitzerin der Bekarei in Berlin

Wir sind für euch extra früh aufgestanden, um die Portugiesin Paula in der Backstube ihrer Bekarei im Prenzlauer Berg zu besuchen. Dort hat sie uns nicht nur verraten, wie es zu dem ungewöhnlichen Namen kam, sondern auch ein weihnachtliches Rezept mit auf den Weg gegeben!

 

  

Wie kam es zu dem ungewöhnlichen Namen Bekarei? Wir haben seit 11 Jahren eine Bar am Helmholtzplatz, die Eka heisst. 4 Jahre später haben wir eine alte Ostbäckerei übernommen und ein Wortspiel kreiert, so entstand aus Bäckerei die bEKArei.

Du bist Portugiesin, die Bekarei ist ein alter Ostbetrieb – wie kombiniert ihr diese unterschiedlichen Richtungen? Irgendwie habe ich ein Faible für den Osten, Design, Produkte und auch die Architektur. Vieles erinnert mich an das Portugal von früher. Beide sind durch ihre politische Situation – Portugal war immerhin 47 Jahre eine Diktatur – eine ganze Weile in der Zeit stehen geblieben. Und der alte Ostbetrieb, den wir übernommen haben, ist auch in der Zeit stehen geblieben. Die Portugiesen, die uns besuchen, beschreiben uns als “Leitaria” (Milchbar). Ein Begriff, der fast verschwunden war. Mittlerweile gibt es wieder ein paar “Leitarias” in Lissabon und Porto. Wir wollten dieses Erbe am Leben erhalten. Das Design, kombiniert mit unserem Essen und die Cafékultur.

Merkt man das auch an eurem Interieur? Auf jeden Fall! In Portugal, wie auch in Ostberlin waren Materialien wie Plastik, Melamina und Resopal üblich. Unsere hellblauen Stühle in der Bekarei sind z.B. aus Resopal und wir werden sehr oft gefragt, ob sie aus Portugal kommen! Der Charme des Ortes war ein Grund, warum wir überhaupt diese Bäckerei aufgemacht haben. Ich bin fürs Erhalten statt Erneuern. Ich finde solche Orten sollten auch unter Denkmalschutz stehen!

Was ist eure Spezialität?  Nirgendwo in Berlin gibt es so eine Vielfalt an süßem Gebäck, Kuchen und Backwaren in so einer Qualität. Alles, was wir machen, wird per Hand gemacht, vom “scratch”. Keine Konservierungsstoffe, keine Backmischungen. Jeden Tag frisch. Da ich die Bekarei zusammen mit meinem griechischen Mann George betreibe, sind unsere Spezialitäten zwar eine Mischung aus unseren beiden Kulturen, aber als gute Gastgeber haben wir natürlich auch Pain au Chocolat, NY Cheesecake oder Laugenbrötchen und Lebkuchen im Angebot.

Was macht euch und eure Bekarei so besonders? Wir sind wie ein Urlaubsmoment mitten in Berlin. Man sagt: “The portuguese heritage to the world is their confectionery”. Portugiesen kann man sich nicht ohne ihre süßen Backwaren vorstellen. Kein anderes Land fängt seinen Tag mit einem Stück Kuchen und einem Käffchen an! Darüber ist sogar ein Buch geschrieben worden – „Fabrico Próprio”. Es ist wie eine Enzyklopädie für die portugiesische Feinbäckerei. Und wir wollen genau damit Berlins graue Tage  versüßen!

Flavour Tipp: Paula hat uns am Schluss des Interviews noch das leckere Rezept zu ‘Pão de Deus’ (Gottesbrot) verraten, einer portugiesischen Spezialität. Dabei handelt es sich um ein Milchbrötchen mit Kokoskruste, das mit Butter, Käse und Kochschinken gereicht wird. Wer an Weihnachten keine Lust mehr hat selbst zu backen, kann die ‘Pão de Deus’ natürlich auch in der Bekarei bestellen oder auf einen Kaffee vorbei kommen. Paula und George freuen sich!

PÃO DE DEUS 

Für den Teig:

500 Gramm Mehl

150 Gramm Zucker

2 Eier

30 Gramm Backhefe

100 Gramm Butter (Zimmertemperatur)

250 ml Milch

Für die Kruste:

1 Ei

80 Gramm Kokosraspeln

2 EL Zucker

Puderzucker nach Geschmack

Hefe in der Milch auflösen. Mehl, Zucker, Eier und Butter gut vermischen, Milch langsam dazu fügen und zu einem glatten Teig kneten. Den Teig abdecken und eine Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit die Zutaten für die Kruste zusammenrühren und fünf Minuten mit einem Schneebesen gut schlagen. Den Teig noch einmal gut durchkneten und zu kleinen Kugeln formen. Diese dann auf ein Blech legen die Krustenmasse großzügig auf die Brötchen pinseln und nochmal ca. 20 Minuten gehen lassen. Den Ofen vorheizen auf 200 Grad. Die Brötchen reinschieben und bei 180 Grad 20 Minuten backen. Fertig.

Adresse: Dunckerstraße 23, 10437 Berlin

 

Text: Katharina Flick / Bild: Katja Zimmermann

Join the conversation! 3 Comments

  1. Super ich war gerade in Portugal und war begeistert von diesen brot was ich gerne mal selbst backen würde

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  2. […] das Frühstück zu. Sie ist sogar zu unserer Lieblingsbäckerei geradelt, um dort die leckeren Pao de Deus zu holen, Milchbrötchen mit […]

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Food, Home, Zu Gast

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