Foodshooting27

Wir waren für euch im Studio von Foodfotografin Meike zu Besuch und haben ihr einmal ein wenig bei der Arbeit über die Schulter geschaut. Meike Bergmann hat bereits zahlreiche Kochbücher fotografiert und Katja steht ihr immer wieder beim Styling der Rezepte zur Seite. Ein Grund mehr also, die beiden mal zu fragen, wie ein Arbeitstag bei ihnen aussieht!

Beim Betreten des Studios merkt man sofort, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Auf dem Herd stehen dampfende Töpfe, im Hintergrund läuft entspannte Musik und ich werde mit einem herzlichen „Komm rein, der Kaffee ist fertig“ begrüßt.

 

Meike, erzähl doch mal, wie man dazu kommt Kochbücher zu fotografieren?

Bei mir war das ein Prozess, zunächst wollte ich Journalistin werden, dann habe ich bemerkt, dass mir die Fotografie noch mehr liegt und als ich dann für einen Freund in L.A. einige Bilder der Gerichte in seinem Restaurant gemacht habe, habe ich schnell gewusst, dass ich genau das machen möchte. Ich finde den Prozess des Fotografierens von Lebensmitteln unheimlich kreativ und lebendig! Seit einigen Jahren arbeite ich jetzt schon mit dem TRIAS Verlag zusammen, für die ich mehrere Kochbücher im Jahr umsetze, was riesig Spass macht!

Wie kann ich mir deine Arbeit vorstellen, wie läuft ein Auftrag für ein Kochbuch ab?

Ich bekomme in der Regel vorab ein Manuskript mit der Idee, mit Katja habe ich zu Beispiel gerade ein Buch zum Thema „Green Smoothies“ gemacht, da liest man sich erst einmal ein, was dahinter steht und schaut sich die Rezepte durch. Dann planen wir, wann wir welches Gericht fotografieren wollen, besorgen Requisiten, Zutaten und was uns sonst noch fehlt und legen los.

Das heißt, ihr kocht auch alle Gerichte aus dem Kochbuch einmal?

Genau! Ich habe hier eine kleine, aber feine Küche in der wir die Gerichte immer einmal kochen. Wir arbeiten mit frischen Zutaten und die Gerichte sollten auch alle hinterher genießbar und im Idealfall lecker sein! So planen wir auch die Abfolge – was wollen wir heute zu Mittag essen? Gut, dann schauen wir, dass dieses Gericht zur Mittagszeit fotografiert wird.

Ihr benutzt also keine Plastikfrüchte oder Knetmasse, wie man es häufig zu hören bekommt?

Nein! Für mich ist es auch wichtig ein Gefühl für das Gericht zu bekommen, daher kochen wir wirklich alles selbst. Das kann zugegebenermaßen zu recht lustigen Konstellationen führen, so musste ich letzten Sommer bei einer Bullenhitze eine ganze Ente mit Rotkohl zubereiten.

Wie kann ich mir denn einen normalen Tag in eurem Studio vorstellen?

So richtig normal ist keiner, wir arbeiten ja Projektbezogen und daher ist jeder Tag ganz unterschiedlich. Meistens geht Katja morgens auf den Markt oder in den Laden und besorgt die frischen Zutaten, ich koche in der Zeit Kaffee, bereite das Studio vor und schmeiße unserer Lieblingsmusik in den Player, so starten wir schon einmal mit einer entspannten Grundstimmung. Dann wird gekocht, Katja richtet das ganze dann zum Konzept passend auf dem Teller an und wir suchen die passenden Accessoires und Requisiten, die das Bild so richtig stimmig werden lassen. Wenn es nicht gerade Fisch um 10 Uhr morgens ist, wird durchaus mal eine Schlemmerpause eingelegt und dann starten wir mit dem nächsten Gericht durch.

Hattest du auch schon einmal ein Buch, bei dem Dir das Thema nicht so lag?

Nein, aber es kommt vor, dass einem das Thema in dem Moment ein wenig fremd ist, wie das Festtagsessen im Hochsommer. Ich habe letztens zudem ein Backbuch mit Kuchen fotografiert und die konnte ich dann tatsächlich irgendwann nicht mehr probieren, weil ich sonst ganz sicher einen Zuckerschock erlitten hätte.

„7 Tage grün“ ist das neuste Kochbuch an dem Katja und Meike zusammen gearbeitet haben, wer also Lust auf eine Runde Detox, tolle Rohkostrezepte oder einfach auf die schönen Bilder der beiden hat, sollte mal reinschauen!

 

Mehr zu Meike erfahrt ihr unter www.meikebergmann.de

Text: Katharina Flick / Bild: Katja Zimmermann