Bryk, Bar, Cocktailbar, Cocktail

Die BRYK Bar Berlin ist eine kleine, elegant-schummrige Bar im Prenzlauer Berg, Ledersessel zum Versinken, Lampen aus Beton und eine große Liebe zu ausgefallenen Drinks. Wir sind um 17:00 Uhr mit den beiden Gründern Carsten und Frank verabredet, genau die richtige Zeit, um zwei gut gelaunte Freunde zu treffen, die zusammen einer Mission folgen: Den Menschen den Aperitif und die Trinkkultur wieder ein wenig näher zu bringen.

Ihr beiden, was hat es denn mit dem Aperitif auf sich und warum sollte man ihn wieder viel mehr zelebrieren?  

Carsten: Für uns hängt das Thema Barkultur auch mit der Zeit zusammen, in Deutschland geht man häufig erst nach dem Dinner los, um noch einen Cocktail zu trinken. Wir wollen die Cocktailstunde, den klassischen Aperitif, wieder einführen. Für diesen Ansatzpunkt haben wir auch extra eine Aperitif-Karte erstellt. Die Drinks sind auf Wein- oder Wermut-Basis und ein wenig leichter als klassische Cocktails. Dazu gibt es bei uns zwischen 17 und 20 Uhr ein paar kleine Snacks zum Drink, heute z.B. ein Popcorn mit Dill, oder auch schon mal Oliven oder gefüllte Peperoni.

Eure Drinks sind alles Eigenkreationen, wer von euch kommt auf die Ideen? 

Carsten: Die Drinks kreiert Frank, wir wechseln zweimal im Jahr die Karte, haben aber inzwischen ein paar Alltime-Favorites darauf gelassen, nach denen die Gäste immer wieder gefragt haben. Uns geht es darum, den Menschen ein ganz neues Geschmackserlebnis näher zu bringen. Darum arbeiten wir in unserer Karte auch nicht mit klassischen Produktbeschreibungen, sondern Produktumschreibungen, so weiß der Gast noch gar nicht richtig, was auf ihn zukommt. Wir orientieren uns außerdem viel an saisonalen Produkten, würden also z.B. keine Minze im Winter verwenden oder ähnliches.

Und wenn ich einfach meinen Lieblingscocktail bestellen möchte, bekomme ich den dann trotzdem bei euch? 

Frank: Wir haben in der Karte extra den Zusatz „Feel free to ask for your favorite“, dazu muss ich allerdings sagen, dass wir bestimmte Cocktails nicht machen können oder wollen. Wir haben z.B. keine Sahne da, damit fällt ein Swimmingpool schon einmal aus, auch einen Mixer für Crushed Ice sucht man vergebens, Margaritas sind also auch nicht. Das liegt einfach daran, dass wir den Schwerpunkt auf richtig gute Cocktails und das Geschmackserlebnis legen. Gerne mixen wir jemandem einen richtig feinen Daiquiri oder einen Whiskey Sour, wenn er mag, ein Wein oder ein Bier sind natürlich auch kein Problem.

Was muss man denn über einen Menschen wissen, um ihm den passenden Drink empfehlen zu können? 

Carsten: Nun, zum einen die geschmackliche Richtung: süß, sauer, herb. Dann natürlich, welche Spirituose man bevorzugt, wobei viele Leute sich da in der Regel nicht so auskennen und z.B. Frauen häufig zu Wodka greifen, weil sie denken, der macht nicht so einen Kopf hinter her. Vielen ist einfach gar nicht so klar, was man mit den verschiedenen Spirituosen noch so machen kann. Aber dafür haben wir ja einen Fachmann hinter der Bar stehen, den man gerne fragen kann und der natürlich auch gerne Empfehlungen ausspricht, wir möchten ja, dass jeder den Drink findet, der ihm schmeckt!

Eure Drinks haben unheimlich tolle, kreative Namen, was ist denn da die Inspiration? 

Frank: Ich lese einfach viel! Ich lasse mich bei den Namen gerne von Personen aus meinem Leben inspirieren, manchmal mische ich auch einfach Schlagzeilen oder Teile daraus und Shakespeare ist natürlich immer eine große Inspirationsquelle.

Was wir getrunken haben:

Katharina:

OILY BONDAGE FOR BEGINNERS: Ein sommerlicher Drink auf Whiskey Basis mit Guiness Sirup, das tollste daran: auf jeden Fall die kleine Flasche und natürlich der unglaublich sanfte Geschmack. 10 Punkte!

WOULD YOU LIKE SOME PINK FLAVOR? Ein Drink in den Lavendeldampf eingelassen wird, was ein rauchiges und doch blumiges Aroma bewirkt, spannend und optisch ein echtes Highlight.

STRANGE WAYS GETTING YOU TO THE EDGE: Ein Aperitif, wunderbar fruchtig frisch dank der Erdbeeren und einmalig gut dank Oregano. Riecht nach Urlaub!

 

Katja:

ROBBY LOVES NEW ORLEANS…WHY? Eine leichte, frische Mischung auf Lillet Basis mit Koriander abgerundet. Die Farbe ist etwas für’s Auge und davon kann man an lauen Sommerabenden gerne ein zweites Glas trinken. Katja’s Favorit.

BREAKFAST BACON THE BEST WAY YOU CAN HAVE IT: Ein mit Speck doppelt infusionierter amerikanischer Blended Whiskey mit hausgemachte Rote Beete Sirup in einer Kaffeetasse – das fällt allerdings erst im zweiten Moment auf. Ein öliger, orangenschwerer Drink, den man Schluck für Schluck aus der Karaffe über die Eiskugel giessen kann.

HOLY SHIT – IS THAT MARY? Die Interpretation der Bloody Mary mit Sellerieschaum ist fast schon eine Mahlzeit und überzeugt durch ausgewogene Geschmacksnuancen.

Text: Katharina Flick / Bilder: Katja Zimmermann

Join the conversation! 2 Comments

  1. Wie liegen die Drinks preislich so?

    Antworten
    • Hallo liebe Constanze, die Cocktails liegen so ungefähr zwischen 7 und 10 EUR. Lohnt sich auf jeden Fall! Lieben Gruß K&K

      Antworten

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