Cathrin, brandes, küche

Cathrin Brandes empfängt uns bestens gelaunt mit einer Hard Rock Café Schürze um den Hals. „Einen Moment brauchen die Scones noch“ schmettert sie uns mit einem Lachen entgegen, während wir in ihrer gemütlichen Küche Platz nehmen. Zu den Scones serviert uns Cathrin Kürbis-Mus und selbst gekochte Marmelade sowie hausgemachte Kefir-Limo. Kein Wunder, dass man die Power-Frau für ein Kochbuch hinzugezogen hat!

Cathrin, erzähl uns doch mal ein wenig über das Buch. „Die Stadt kocht- Berlin. Der Sommer“. Das Kochbuch ist ja bereits der zweite Teil und eine Sammlung Berliner Persönlichkeiten und Rezepte. Ich bin schon recht lange in der Berliner Food Szene unterwegs, weil mir dieses Vernetzen und Zusammenbringen von Menschen einfach Spass macht. Ich finde, Berlin hat durch Leute wie Kavita Meelu, die den Street Food Thursday begründet hat, so viel gewonnen und dieses Vernetzen der Szene haben wir in diesem Buch auch wiedergegeben. Über 40 Köche, Bartender, Sommeliers, Eismanufakturen und Feinkosthändler der Hauptstadt werden porträtiert, ihre Rezepte nachgekocht und bebildert. Berlin ist da einfach etwas besonders, hier arbeitet der Sternekoch Seite an Seiten mit dem Street Food Truck Besitzer, weil beide ihre Arbeit zu schätzen wissen.

Kam durch dieses Gemeinschaftsgefühl auch die Idee mit deinem Food Exchange zustande?
Die Idee entstand tatsächlich, weil ich in einem amerikanischen Food Blog darüber gelesen habe und damals gab es nur in der Nähe von London ein ähnliches Konzept: Apples for Eggs. Und mir hat die Idee so gut gefallen und der Zeitgeist war so reif dafür in Berlin. Ich habe mir dann Pamela dazu geholt, wir sind beide bei Slow Food und fanden das eine wirklich schöne Idee. Wir hatten dann auch direkt Glück, dass die Markthalle 9 uns ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Dort sind wir jetzt immer einmal im Monat. Anfangs waren wir nur zu 6 oder 7, aber es hat direkt richtig viel Spass gemacht!

Jetzt sind wir neugierig, wie funktioniert denn so ein Food Exchange genau?
Es gibt so genannte Tauschkarten, auf denen man einträgt, was man hat und tauschen möchte, je mehr man selbst mitbringt, um so mehr kann man auch wieder mit nach Hause nehmen. Einzige Bedingung ist, dass es selbst gemacht ist oder aus dem eigenen Garten stammt. Vor Ort wird dann erst einmal probiert und dann trägt man auf den Tauschkarten ein, was man gegen was tauschen möchte. Und am Ende kann man dann aussuchen. Alles läuft ohne Geld ab!

Wer das Konzept kennenlernen möchte, kann das wunderbar bei den Berliner Food Festivals tun.
Stadt, Land, Food: Samstag, 4 Oktober, Zu Gast bei den Culinary Misfits (zum Interview mit Lea und Tanja einfach hier klicken.)
Berlin Food Week: Samstag, 11 Oktober, Food Clash Canteen

Nebenbei hast du auch noch den Speisenklub Neukölln gegründet, was dürfen wir uns denn darunter vorstellen?

Meistens veranstalten wir den Speisenklub bei mir Zuhause. Um zum Speisenklub Neukölln eingeladen zu werden, muss man einen der Teilnehmer kennen. Man kann mir auch auch E-Mail schicken, um auf die Liste zu kommen, aber in der Regel kennt man sich über eine Ecke. Wenn man es dann erst einmal schafft, zu einem Essen zu kommen, wird man Mitglied im Club und wird vorab über neue Events und Kochabende informiert. Ein solcher Abend läuft dann in der Regel so ab, dass der Künstler Thomas Greb entweder eine Raum- oder eine Tischinstallation macht. Und ich koche dann entweder dazu oder nebenher, manchmal passt es zusammen oder auch gar nicht.

Inzwischen sind wir vom Kefir auf selbst gemachten Likör umgestiegen. Probiert haben wir die Sorten: Zitrone & Ingwer, Gurke & Dill, Thymian & Vogelbeere (Nein, nicht giftig!). 

Wie bist du denn auf die Idee mit den ausgefallenen Likören gekommen?
Meine Freundin Uli und ich hatten die Idee einer Pop-Up Bar und da wir schon wussten, dass wir außergewöhnliche Kombinationen herstellen würden, wollten wir eine Art Menü schaffen. Also haben wir auf dem Bar Market  in Kreuzberg unser Shot-Menü der Liköre verkauft, das ging von frischen, fruchtigen Variationen, wie Zitrone-Ingwer, über eine Kombination aus Rote Beete und Zimt oder Salzgurke, bis hin zu einem Nachtisch aus Erbeerlikör oder Kaffe-Sahne. „I Shot the Sheriff“ heißt das Shot-Menü übrigens.

Wie Cathrin Brandes den herstellt, kann man in ihrem Workshop erlernen, ein paar Tipps hat sie uns aber doch schon verraten.

Die Frucht oder das Gemüse mit Gewürz, Zitrone und ein wenig Ingwer mehrere Wochen im Alkohol ziehen lassen, als Alkohol empfehle ich den 42% Wodka. Daraus entsteht ein so genannter Infused Spirit. Dieser wird dann mit einem Sirup aufgegossen. Dafür nehme ich noch einen Teil der Hauptingredienz mit rein oder ein spannendes Gewürz und gebe das dazu.

Cathrins Rezept für Ungeduldige
1.) Frische Früchte z.B. Erdbeeren pürieren
2.) Sirup kochen, hier z.B. einen Vanille-Zitronen Sirup (gleiche Teile Wasser und Zucker aufkochen lassen)
3.) Im Verhältnis 1/1/1 Früchte, Sirup und Wodka mischen
4.) Kann sofort getrunken werden oder man lässt den Likör ziehen

Mehr Likör-Rezepte gibt es außerdem auf Cathrins Blog: Tidbits und wer noch mehr Fotos aus unserer Homestory sehen möchte, einfach hier klicken.

 

Text: Katharina Flick / Bilder: Katja Zimmermann

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  1. […] der Stadt, Land, Food am Samstag den 4 Oktober vorbei kommen, dann ist Food Exchange Gründerin Cathrin Brandes zu Gast bei den Culinary […]

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  2. […] hausgemachten Likör? Das Festival bietet für jeden einen passenden Workshop an. Unser Tipp: Cathrin Brandes bei den Culinary […]

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