Britta, Steffenhagen, Interview

Britta Steffenhagen macht wunderbaren Kaffee, hat eine Stimme, die im Gedächtnis bleibt, ist als Schauspielerin erfolgreich und hat den Heimathafen Neukölln mit ins Leben gerufen. Kein Wunder, dass man bei einem Gespräch mit der quirligen Berlinerin kaum zum Luft holen kommt – dafür aber auch jede Menge zu lachen hat.

Magst du uns mal ein wenig über dich erzählen? Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen – eine echte Berliner Pflanze also. Ich habe früh mit dem Radio angefangen und als Journalistin gearbeitet, hinzu kam meine Leidenschaft fürs Schauspiel und das Theater. Inzwischen habe ich das Glück, bei meinem neusten Projekt, der „Radio Show“, das alles ganz wunderbar miteinander zu verbinden.

Das klingt spannend! Wie können wir uns denn eine Mischung aus Radio und Schauspiel genau vorstellen? Das Konzept ist jetzt nicht völlig neu, aber unsere Radio Show habe ich mir mit einer Freundin überlegt: Live Radio auf einer Bühne mit Publikum! Parallel wird die Sendung zudem übers Radio ausgestrahlt, weshalb wir auch Werbung und Verkehr live sprechen und die Musik dazu live auf der Bühne spielen. Das klappt dank unserer wunderbaren Band und einem fantastischen Beat Boxer auch richtig gut, was wahnsinnig Spass macht. Alles ist handgemacht, was einfach etwas ganz besonderes ausstrahlt. Jetzt im Oktober kommt zudem die ARD Wetterfee zu uns und wir machen ein Live Wetterballett für sie, statt der Wetterkarte. Das heißt, wir tanzen den Regen und die Wolken und so etwas macht mich so glücklich und so einen Spass, richtig toll! (strahlt übers ganze Gesicht)

Berlin spielt in deinen Stücken eine wichtige Rolle, was verbindet dich mit der Stadt? Also, ich bin eine waschechte Berlinerin, mein Sohn ist in dem gleichen Krankenhaus zur Welt gekommen wie ich und auch mein Vater und meine Mutter sind hier direkt um die Ecke geboren, ich bin hier einfach aufgewachsen. Ich liebe Berlin leidenschaftlich, die alten Geschichten von meinen Eltern und ich würde nirgendwo anders leben wollen. Darum habe ich auch damals den Heimathafen Neukölln mitbegründet, als er noch in einer Kneipe war, heute ist er ja in dem wunderschönen alten Theater an der Karl-Marx-Strasse.

Derzeit läuft ja auch wieder euer erfolgreiches Stück rund um die „Rixdorfer Perlen“ – Erzähl doch mal ein wenig über die Mädels! Ich liebe einfach Comedy, lustige Stücke und vor allem lustige Frauen. Wir sind drei Mädels und seit neustem auch Männer, die gemeinsam an diesem Stück arbeiten. Ich finde es total spannend, was man als Frau im humorigen Bereich machen oder auch nicht machen kann. Die Rixdorfer Perlen spiele ich gemeinsam mit Inka Löwendorf und Johanna Morsch, beides ebenfalls original Berlinerinnen –  kein Wunder, dass bei uns auch der Berliner Dialekt in den Stücken eine wichtige Rolle spielt. Meine Figur Marianne ist Bardame und hat z.B. immer am Anfang des Stückes Motto-Getränke im Angebot, das sind dann immer so Drinks wie der „Warme-Wowi-Cocktail“ oder die „Williams-Flughafen-Abrissbirne – ihr freundlicher Schnaps aus Brandenburg“. Herrlich! Dazu tanzen und singen wir und erzählen natürlich die Geschichten aus dem „Feuchten Eck“ – echtes, unterhaltsames Volkstheater!

Was sind denn die Zutaten für ein lustiges Theaterstück? Bei den Rixdorfer Perlen spielen auf jeden Fall die Kostüme schon einmal eine Rolle, die sind bewusst überzeichnet. Ich spiele zum Beispiel Marianne, die Barfrau, sie hat eine riesige blonde Perücke und trägt immer Leopard, die Prostituierte hat riesig lange Stiefel und die Putzfrau ihre Utensilien. In dem Stück geht es tatsächlich hauptsächlich um Saufen und Sex und die Hauptzutaten sind auf jeden Fall Selbstironie und Naivität. Bei den Rixdorfer Perlen ist zum Beispiel auch der Berliner Slang und der Humor, der uns so eigen ist, ein ganz wichtiger Bestandteil. Allgemein kann man sagen, für mich ist für gute Comedy beim Theater neben der Naivität und der Selbstironie auch wichtig, dass man einen guten Blick für Zusammenhänge entwickelt und ein gewisses Timing hat, außerdem sollte man eine gewisse Liebe für seine Figur mitbringen.

Vielen Dank für das Interview, Britta! In unserer Gallery zeigen wir ganz bald zudem, wie Britta wohnt und sie verrät uns, was sie gerne für ihre Gäste kocht, wer sie einmal live im Theater sehen möchte, kann das hier tun – es lohnt sich!

Termine Rixdorfer Perlen: 23.-25. OktOber & 19./20. November

Adresse Heimathafen: Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin

Text: Katharina Flick / Bilder: Katja Zimmermann