alexandra klobouk & rita oliveira

Alexandra Klobouk hat gemeinsam mit Co-Autorin Rita Oliveira ein zauberhaftes Kochbuch um und über Portugal und seine Küche geschrieben, wir haben sie zum Interview getroffen und ihr einige Löcher in den Bauch gefragt.


Worum geht es für dich in deinem Buch? Es geht mir und meiner Co-Autorin Rita um eine der köstlichste Arten des Kulturaustausches – das Essen. Essen steht ja nie für sich alleine, es erzählt von der Kultur aus der es stammt, von den Menschen, die es zubereitet haben und von denen, mit denen wir es essen.

Und wie es dazu gekommen, dass du ein Kochbuch geschrieben hast?  Nach meinem Diplom an der Kunsthochschule Berlin Weißensee bin ich nach Lissabon gezogen – für ein Jahr, um dort zu leben, als freischaffende Illustratorin zu arbeiten (allerdings für deutsche Auftraggeber) und die Kultur kennen zu lernen. Der Umzug war eine absolute Bauchentscheidung – wir kannten niemanden, hatten die Stadt noch nie gesehen und nur gehört wie wunderschön die Stadt sei. Lustig, dass aus einer Bauchentscheidung ein Kochbuch entstanden ist! Vor Ort habe ich festgestellt, dass ich eigentlich keine Ahnung von der portugiesischen Küche habe. Glücklicherweise hat sich eine Lissabonner Freundin – meine Co-Autorin Rita – bereit erklärt, mir ein wenig Nachhilfe zu geben, so entstand die Idee zum Buch. Im weiteren Verlauf kamen noch andere portugiesische Freunde hinzu, die die Fotos gemacht und das Layout gestaltet haben. Es ist also selbst das Ergebnis eines intensiven und sehr persönlichen Kulturaustausches zwischen Lissabon und Berlin und feiert das, was wir alle lieben: die portugiesische Küche, das Land und seine Menschen.

Was macht die Portugiesische Küche aus und was unterscheidet sie von der Deutschen? In Portugal ist man sich – ganz im Gegenteil zu Berlin – seiner kulinarischen Traditionen sehr bewußt. Die meisten Lokale bieten klassisch portugiesisches Essen an. Allerdings gibt es auf Grund der portugiesischen Geschichte Einflüsse aus Afrika, Brasilien und Arabischen Ländern. Regionale Produkte sind sehr wichig, insbesondere natürlich der großartige Fisch aber auch Räucherwaren, Reis der in Portugal angebaut wird – oder der phantastische Wein. Die portugiesische Küche ist für mich – übrigens genau wie die türkische – eine „Zuhause-Küche“ im Gegensatz zur „Restaurant-Küche“. Es gibt hervorragende Restaurants in Portugal, aber selten habe ich so und vielfältig gut gegessen, wie bei meinen Freunden Zuhause. Ein wichtiger Faktor ist da natürlich auch die große Gastfreundschaft. Die Rezepte in unserem Buch stammen übrigens allesamt aus dem Rezeptschatz von Freunden (wie Luis Ehlert, der uns die neue portugiesische Küche erschlossen hat) sowie aus der Küche von Ritas Mutter und Großmutter, die beide Kochbuchautorinnen waren.
Was macht die Portugiesische Gastfreundschaft aus? Die ehrliche Freude daran, Menschen bei sich aufzunehmen und Ihnen nur das Beste zukommen zu lassen. Die Offenheit und das Interesse für den anderen und der Stolz darauf, wenn der Gast sich glücklich den vollen Bauch hält.

Was ist dein Lieblingsgericht und was kochst du selber gern?  Mich für ein Lieblingsgericht zu entscheiden, ist mir leider nicht möglich – dafür gibt es zu viele wunderbare Dinge, die ich in meinem Leben schon probieren durfte. Aufgewachsen bin ich mit der donauschwäbischen Küche meiner Oma und ihrem wunderbaren Fischgulasch und der oberpfälzisch-italienischen Küche, die meine Mama perfektioniert hat. Als ich in Istanbul studiert habe, habe ich dort Meze (und Raki) lieben gelernt, in Portugal kann ich nicht genug von frischem Fisch und Bacalhau bekommen und im Frühjahr war ich in Israel und koche seitdem das Jesuralem Kochbuch von Ottolenghi rauf und runter. Am liebsten aber mache ich Nachspeisen. Meinen Apfelstrudel habe ich von meiner Oma gelernt und bin sehr stolz auf den dünnen Teig, durch den man die Zeitung hindurch lesen kann.

Alexandra hat uns zum Abschluss des Interviews auch noch zwei ihrer Lieblingsrezepte verraten, die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten und ihr könnt sie ganz bald bei uns lesen!

Text: Katharina Flick, Bild: Alexandra Klobouk, Bilder vom Buch: Katja Zimmermann