Felicitas Then

Wir sind beim letzten Abend im begehbaren Kochbuch – Fabelhaft von Felicitas Then dabei und sofort wehmütig. Die Gewinnerin der ersten “The Taste” – Staffel hat für vier Wochen mit ihrem Freund Tammo und dem Koch Andre eine kulinarische Insel in Neukölln erschaffen – das ist nun erstmal vorbei. Im Interview erzählt uns die energiegeladene Felicitas, was sie sonst noch für Pläne hat und wo wir sie ganz bald wiedertreffen können.

Wann hast du das Kochen entdeckt ?

Ich hatte noch nie ein anderes Hobby. Meine gesamte Familie ist verrückt nach Kochen. Schon als kleines Kind wollte ich immer nur essen und es gab nichts, was mir nicht geschmeckt hat. In der Grundschule stand bei Hobbies: Essen und irgendwann kam das selbständige Kochen dazu. Als 4jährige musste mich mein Onkel im Lokal in der Küche suchen.

Kochst du in deiner Freizeit viel ?

Immer! Wirklich jeden Tag. Die Ausnahme bildet der eine oder andere Sonntag – dann gibt es schon mal Tortilla-Chips mit meinem Freund. Die isst er so gerne und die dann werden fancy überbacken. Ansonsten bin ich Fertiggerichten gegenüber intolerant. Das wäre mir die Kalorien nicht wert. Bei uns zu Hause gab es nie Fertiggerichte und ich war schon manchmal neidisch auf die Kinder, bei denen es was von Bofrost gab.

Warum wolltest du nie beruflich Köchin werden ?

Ich hatte Angst vor dem Ton in der Küche und dass man schlecht behandelt wird. Ich wollte mich nicht den ganzen Tag anschreien lassen – inzwischen ist der Ton in der Küche besser geworden und trotzdem denken viele, es gehört dazu. Das ist völliger Quatsch! Ich versuche auch hier im begehbaren Kochbuch mit einem Lächeln zu arbeiten, weil ich gerne zur Arbeit gehen möchte.

Was isst du am liebsten ?

Immer das, was ich gerade esse. Weil ich nicht esse, um satt zu werden. Ich habe noch nie eine Brezel gekauft, weil ich dachte “Och, jetzt habe ich aber Hunger!” – sondern ich esse nur, wenn es sich lohnt.

Was schmeckt dir gar nicht ?

Gänsestopfleber mag ich gar nicht. Den Geschmack finde ich widerlich. Bei meinem ersten Kochpraktikum in einer Patisserie habe ich aus einem Topf genascht und dachte da wäre Nougat drin – es war Gänsestopfleber, roh! Seitdem kann ich das nicht mehr essen. Aber ansonsten esse ich alles. Safran mochte ich bis vor kurzem nicht, aber jetzt habe ich es immer wieder probiert, nur damit ich es mag. Das hat bei mir mit Kaffee auch schon funktioniert, als ich den mit 14 unbedingt trinken wollte.

Könntest du dir vorstellen, dich vegan zu ernähren ?

Nein, weil ich keine Dogmen beim Essen haben möchte. Ich möchte mir das ganze Spektrum an Lebensmitteln erhalten.

Was kannst du am besten kochen ?

Ich koche besonders gut asiatisch und bin sehr gut darin, ohne Kohlenhydrate zu kochen.

Jede einzelne Zeile aus dem Kochbuch ist von mir.

Aus welcher Religion kommt das beste Essen ?

(überlegt) Aus dem Buddhismus – die Inder haben ein sehr gesundes Verhältnis zu Gewürzen. Diese neue Angst vor dem Würzen – dass man nicht mal mehr Salz an Fleisch machen soll. Warum denn nicht ?!

Warum wolltest du bei THE TASTE mitmachen ?

Die Show war nicht meine erste Fernsehsendung und ich finde es aufregend, aus dem eigenen Alltag rausgezogen zu werden. Ich wurde vom Castingteam gefragt, ob ich bei The Taste mitmachen möchte. Dass es so aufregend wird, habe ich nicht gedacht. Drei Wochen lang drehte sich alles um diese Löffel – von morgens bis abends. Ich bin mittlerweile auch sehr gut darin, unter Druck zu arbeiten. Das ist das Beste, was mir passieren konnte.

Wie geht es nach der Show weiter ?

Ich habe viele Pläne. Bei SIXX läuft ein Food Quickie mit mir. Heute morgen hatte ich einen Dreh mit TV Berlin für “Berlin kocht” das immer Montags ausgestrahlt wird. In Hannover gebe ich bei Galeria Kaufhof regelmässig Kochkurse und jetzt in der Adventszeit kann man unser Team vom Restaurant für Weihnachtsessen buchen. Ein Restaruant wird es aber vorerst nicht geben. Ich finde es toll, viele kleine Projekte auszuprobieren, bevor ich mich festlege. Hier im Laden stelle ich ja mein Kochbuch vor – jeden Abend gibt es ein Menü aus dem Buch und man kann es zu Hause nachkochen. Tagsüber kochen wir vor, am Abend schickt Koch Andre die Gerichte, Tammo und ich sind im Service an den Tischen unterwegs. Jetzt ist es vorbei und es ist ein wenig, als wenn man von der Klassenfahrt zurückkommt. Ich habe einige Praktika bei Köchen angeboten bekommen – die technische Seite des Kochens möchte ich unbedingt noch lernen. Aromen komponieren ist für mich wie Schach spielen, aber die Strukturen und Abläufe in der Küche habe ich nie professionell gelernt.

Du hast bei The Taste 100.000 Euro gewonnen. Was wolltest du mit dem Geld machen und was hast du wirklich damit gemacht ?

Ich nutze es jetzt dafür, ohne festen Job meine Selbständigkeit zu finanzieren. Dann kann entspannt einen Monat auch  mal nichts reinkommen, weil ich noch was auf der Kante habe. Und ich erfülle mir den Traum und reise nach Thailand.

Dann gute Reise, liebe Felicitas und vielen Dank für das Interview!

Wer mehr von Felicitas lesen möchte, bestellt sich das Kochbuch “Die fabelhaften Rezepte der Felicitas Then” hier.

Fragen: Lucie Simon, Text & Bilder: Katja Zimmermann

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  1. […] Etage das House of Food dazu, das Herzstück der Food Week. Wir haben alte Bekannte wie etwa Felicitas Then wiedergetroffen und viele neue Gesichter beim Späti Deluxe und der Restaurant Street […]

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