Kolumne, Katharina Flick, Flavour Magazin

„Meine Strategie für die Feiertage: Ich gehe auf eine große Reise, die wird fabelhaft und wenn ich wiederkomme, bin ich so Zen-Buddha-mässig entspannt, dass mich dieser ganze Weihnachtstrubel praktisch überhaupt nicht tangiert. Das hat auch hervorragend geklappt. Als ich noch in New York war.

Zeitsprung. Drei Tage später in Berlin. Ich stehe leicht verschwitzt und mental nicht mehr ganz auf der Höhe bei Ikea an der Kasse, in der einen Hand: Geschenkpapier. Wohl gemerkt, ohne auch nur ein einziges Geschenk zum Einpacken gefunden zu haben. In der anderen Hand: Duftkerzen, die gehen immer. Was ich eigentlich kaufen wollte: Schnuckelige kleine Verpackungen, Ausstechförmchen und anderen Schnökerkram, nahha, nicht 1 Woche vor Weihnachten, Freunde, könnt ihr vergessen!

Apropos Geschenke: Nachdem ich kurz mit dem Gedanken gespielt hatte, ganz liebevoll Likör selber zu machen, mir dann aber aufging, dass ich dafür bei Ikea schöne Flaschen zur Verpackung hätte kaufen müssen und ich NIE wieder vor Weihnachten zu Ikea möchte, habe ich den Gedanken verworfen. Stattdessen habe ich mich auf die Vorzüge der Neuzeit besonnen und ganz lässig und mit einem Klick kleine Überraschungen für die lieben Verwandten in meinen virtuellen Einkaufswagen gelegt. Zack und weg. Dolle Sache.

Nachdem das ja schon so hervorragend geklappt hat, habe ich kurzentschlossen darüber nachgedacht, auch in Sachen Outfit auf diese neue Erfindung namens Internet zu vertrauen. Schaut man sich Bilder von Weihnachten hat, kann man in der Regel anhand des Baumschmuckes, der Klamotten der Menschen um mich herum oder anhand des Wetters sehen, um welches Jahr es sich handelt. Ich trage nämlich seit Jahren einfach genau das gleiche. Das Kleid ist allerdings schon ein wenig ausgewaschen. Daher die Überlegung: Vielleicht bestelle ich mir einfach das gleich Modell nochmal und verschenke ein Weihnachts-Outfit-Memory-Spiel, bei dem alle anderen raten müssen, um welches Jahr es sich handelt – Knüller, oder?

Und wenn wir schon bei der Outfit-Frage sind, ist euch ja sicherlich bewusst, dass nach dem Heiligabend Silvester folgt. Und, dass an allen diesen Tag irgendwer ein Foto macht, weil man sich ja so lange nicht gesehen hat oder alle so schön angezogen sind. Meine jährliche Strategie für Silvester: Ich kaufe mir immer brav einen Feger-Fummel inkl. der angeblich Glücksbringenden roten Unterwäsche. In diesem Jahr ist es die von OTTO geworden. Auch wenn ich dann tatsächlich meistens mein Lieblingsoutfit trage. Ohne Feger und Fummel dafür absolut geeignet, es um Mitternacht mit Sekt und Berlinern (noch so eine Norddeutsche Tradition) zu bekleckern.”

In diesem Sinne: Fabelhafte und vor allem entspannte Feiertage!

Text & Bild: Katharina Flick