paper & tea

Wir waren vor Kurzem im zauberhaften Paper und Tea in Berlin-Mitte verabredet, wo uns erklärt wurde, wie man Tee richtig aufbrüht, was das Konzept hinter ihrem Laden ist und wie die Jungs ihren Tee am liebsten trinken.

Was steckt hinter Paper & Tea?

Papier und Tee sind beide vor vielen Jahrhunderten in China entstanden, beide dienen der Kommunikation, so wurde der Tee vor allem zu Verbreitung des Buddhismus, aber natürlich auch als Heilmittel genutzt, Papier für die Kommunikation als Brief. Beides lässt sich nicht in die digitale Welt dublizieren. Beides hat etwas mit Entschleunigung, mit täglichen Ritualen zu tun. Paper & Tea ist 2012 entstanden und das Konzept ist es, authentische Teekultur zu bieten, sie also auf eine eine zeitgemässe Art und Weise zu übersetzen. Wir arbeiten ausschliesslich mit traditionell verarbeiteten Ganzblatt-Tees, die mit dem Fokus auf Handarbeit und Jahrhunderte alte Tradition ausgewählt werden, um so auch die geografische Vielfalt der Teesorten darzustellen.
Wir haben natürlich Tee aus bekannten Teeregionen wie China und Japan, aber auch Korea und Kenia haben wir mit im Sortiment. Damit versuchen wir das ganze Spektrum abzudecken und sie mit Kräutertees zu ergänzen, die dann aus Europa oder Südamerika kommen.

Wie bereite ich meine Tee denn richtig professionell zu?
Das hängt tatsächlich von der Sorte ab, generell kann man sagen: Kälter als man es gewohnt ist. Das Wasser sollte auf keinen Fall kochend heiss sein, das mag für Schwarztees nicht so dramatisch sein, da sie robuster sind und das schon vertragen, aber selbst da würde ich sagen 90 Grad reicht. Bei leichteren Tees wie Grüntees oder Weisstees auf jeden Fall niedriger, um die geschmackliche Raffinesse des Tees dann auch wirklich abzubilden. Es fängt an bei 60 Grad für japanische Grüntees, chinesische sind dann schon bei 70 Grad, Weisstees 70-80 Oolong ebenfalls und Schwarztees 80-90 Grad. Allgemein gilt: Je kälter, je besser, ansonsten verliert er den Geschmack und die feinen Noten.

Wie steht ihr denn zu Zucker, Milch oder Zitrone im Tee?
Bei grünem Tee würde ich es ganz lassen, da würde ich puristisch rangehen. Bei einem Earl Grey kann man ruhig mal einen Spritzer Zitrone zugeben, das ist durch das Bergamotten Öl ja auch eine vorgegebene Richtung, da bekommt er auch nochmal eine Spitzigkeit. Und wenn ein Schwarztee sehr schwer und malzig ist, kann ein wenig Zucker und Milch auch richtig gut schmecken. Aber allgemein vertreten wir den Ansatz: Erst einmal so probieren und dann nach belieben verfeinern.

Wie finde ich denn den für mich richtigen Tee, wie gehst du da in einer Beratung vor?
Für mich kann ich sagen, ich habe eine aromatische Palette im Kopf angereichert und trinke da den Tee, auf den ich gerade Lust habe. Wenn jemand ganz unbedarft ist, würde ich ihn fragen, was eher die Geschmäcker sind, die einem Zusagen, sind es eher malzige, reichhaltige Themen oder lieber etwas fruchtiges und danach dann mit ihm zusammen aussuchen. Für jemanden, der es gerne kräftig, milchig mag, würde ich zu einem Schwarztee raten, wer es etwas frischer, grasiger mag zu japanischen Grüntees, wenn es nussiger, fruchtiger sein darf, eher einen chinesischen Grüntee. Aber im Grunde kommt es da auch auf andere Vorlieben beim Essen ein.

Wie unterscheiden sich denn die Sorten allgemein?
Alle Tees stammen von der Teepflanze ab. Weisstee ist die am wenigsten verarbeitetet Art, die Blätter werden gepflügt, getrocknet und oxidieren dabei leicht. Grüntees werden gepflückt und nach japanischer Tradition gedämpft, beziehungsweise nach chinesischer Pfannengeröstet. Dadurch wird die Oxidation angehalten. Bei Oolongs, das ist so die Zwischenstufe zwischen Grün und Schwarztee, die vor allem in Taiwan angebaut werden, da werden die Blätter erst nach einer gewissen Zeit gedämpft oder geröstet, um die Oxidation bewusst später anzuhalten. Da gibt es alles von 10-80% oxidierten Oolongs. Schwarztees werden gezielt so verarbeitet, dass die Oxidation, also der Reifungsprozess, stattfindet. Das kann man sich vorstellen wie beim Käse, je länger er reift, je schwerer werden die Aromen. Grüntees sind dadurch nicht weniger aromatisch sondern haben einfach andere Aromen.

Wie entstehen denn die verschiedenen Aromen wie zitronig oder ähnliches?
Das ist im Endeffekt ähnlich wie beim Wein: Die verschiedenen Aromen haben viel mit Anbauregion zu tun, mit der Bodenbeschaffenheit, damit wie hoch sie wachsen, je höher sie wachsen, je süsser wird er im allgemeinen auch. Und es gibt wie auch beim Wein verschiedenen „Rebsorten“, also Baumsorten, die dann auch unterschiedliche Aromen bedingt.

Was ist mit den Kräuter und Früchtetees, wie sind die einzuordnen?
Eigentlich sollte man da von Kräuterinfusionen sprechen, aber der Einfachheit halber sprechen wir von Kräutertee, streng betrachtet ist aber keine Teepflanze enthalten. Bei Früchtetees werden diesen getrocknete Früchte oder Aromen beigemischt, oft leider auch um Teeverschnitt zu übertünchen. Bei uns sind alle Mischungen darum hausgemacht und wir verwenden nur natürliche hochwertige Aromen wie echte Bourbon Vanille und natürlich guten Tee.

Adresse:  P & T Mitte - Alte Schönhauser Straße 50 - 10119 Berlin-Mitte

Text: Katharina Flick, Bilder: Katja Zimmermann

Join the conversation! 1 Comment

  1. […] einigen Wochen haben uns die Profis vom Tea & Paper Shop die Hintergründe zu den verschiedenen Teesorten erklärt und uns verraten, wie man sie am besten […]

    Antworten

Kommentar verfassen

Category

Food, Home, Zu Gast

Tags

, , ,