Julia Deko

Ein kleiner Voyeur steckt wohl in uns allen. Die meisten von uns lieben es, in die Wohnungen anderer zu schauen, nachzukaufen, was man bei einer Freundin entdeckt hat oder auf Portalen wie Homify zu lesen, wie eigentlich welches Sternzeichen so lebt. Wie schön also, wenn Menschen uns die Tür zu ihrem Zuhause öffnen und wir für unsere Homestory ganz gemütlich herein spazieren dürfen. So wie bei Julia, Inhaberin des traumhaften Ladens J&V Vintage Furniture, die mit ihrer Tochter und ihren beiden Katzen Heinz und Inge im Prenzlauer Berg lebt.

Wie beschreibst du deinen Wohnstil?
Am ehesten mit ‚gebastelt‘. Die wenigsten Dinge in meiner Wohnung sind richtig gekauft, eigentlich fast alles geerbt, auf der Strasse, in alten Kasernen und Industrieruinen gefunden und ja, manchmal auch bei Ikea gekauft. Dann bastle ich ein bisschen an den Dingen rum, bis sie mir richtig gefallen und reinpassen. Ich zerstückle also Ikea-Regale, streiche Gefundenes und zweckentfremde Möbel. Zudem sammle ich viel ‚Tinnef‘ an. Alltagsdesign, das mir gefällt: Skurriles Kinderspielzeug aus dem 1€-Laden, Taschenbücher mit 60er Jahre Covern, Zahncremes aus aller Welt und und und. Am wichtigsten ist mir, dass kein Gegenstand über die Schwelle meiner Wohnung kommt, der mir nicht hundertprozentig gefällt. Ich will einfach nur für mich schöne Dinge um mich herum sehen.

Welches ist das wichtigste Zimmer in eurer Wohnung?

Dann doch wie immer die Küche – das ist doch das Herz einer jeden Wohnung!

Wie wichtig ist Dir dein Wohnumfeld?
Sehr wichtig. Klar, aus den üblichen Gründen: Es muss praktisch sein für alltägliche Besorgungen ohne Auto, die Freunde müssen in der Nähe sein, für mein Kind sollte alles früher oder später allein erreichbar sein. Wichtig ist mir aber auch, dass die täglichen Wege schön sind – jeden Tag zig Meter über eine menschenleere Schnellstrasse laufen oder radeln zu müssen, würde mir zum Beispiel sehr den Tag verderben.

Räumst du auf, bevor du Besuch bekommst?
Da ich nicht sehr chaotisch bin, räume ich auch nicht aufl Das Normalmassdurcheinander darf immer bleiben. Aber ich putze bevor Besuch kommt…

Hat sich dein Wohnstil in den letzten 10 Jahren verändert?
Nein, kaum. Ich bin da eher langweilig. Klar finde ich manchmal neue Kleinigkeiten und dann ändert sich die Atmosphäre eines Raumes etwas, aber grundsätzlich bleibt es bei dem etwas Omahaften, ein bisschen kitschigen hellen Stil. Zudem fehlt mir auch einfach die Zeit für ständige Veränderungen. Meine Lust am Umstellen und Neudekorieren lebe ich dann eher im Laden aus.

Text: Katharina Flick & Fotos: Katja Zimmermann