Lissabon Bica

Nach 4 Wochen in Lissabon, weiß Katja vor allem eines: Kaffee können die Portugiesen. Egal ob am Bahnhof, in der kleinsten Patisserie an der Ecke oder als Abschluss eines Menüs im Restaurant. Was sie sonst noch rausgefunden hat und wo man besonders gut essen kann, verrät sie euch hier:

Ich würde selbst an der Tankstelle einen “Bica” trinken – so die portugiesische Bezeichnung für einen Espresso. Der wird in Lissabon zu jeder Tageszeit vor allem schnell und im Stehen angeboten und gibt den Kick für die vielen Treppenstufen, die man in dieser romatischen Stadt täglich erklimmen muss, um von einem Bezirk in den nächsten zu kommen. Da ging bald nichts mehr ohne den Kleinen. Ebenso schnell gewöhnt habe ich mich an die Menüs, die zur Mittagszeit in den Restaurants an den Tafeln stehen: Die Suppe ist oft die bekannte Caldo Verde, eine milde Suppe aus einer Art Grünkohl gemacht. Das Hauptgericht ist schlicht, meist mit fritierten Kartoffeln und Salat und besteht entweder aus gegrilltem Fisch oder einem Steak. Zu Beginn war ich sehr skeptisch wegen dieser Schlichtheit, aber spätestens nach dem zweiten Lunch überzeugt. Ganz groß ist das “Sobremesa”, etwas das mir hier zurück in Berlin richtig fehlt – der süße Kick zum Schluß, sogenannte “Kamelspucke” (Baba do Camelo), ein Dessert aus gesüßter Kondensmilch und Eiern. Und natürlich der Kaffee zum Abschluss. Das gesamte Menü wird begleitet von Vinho Verde, dem leicht prickelnden jungen Wein, der unbedingt kalt getrunken werden sollte. Die angenehme Leichtigkeit im Kopf und den Füssen bringt das Lebensgefühl der Lissaboner sofort näher. Hier ein paar Tipps wo man gut essen kann:

O EURICO

Bodenständiges, einfaches und total leckeres Restaurant in der Baixa, Rossio mit typisch portugiesischem Essen. Es gibt zwei kleine Tische und eine Bierbank zum draußen sitzen, die sind eher etwas für Touristen. Im Innenraum wird es gemütlich eng. Danach lohnt sich der Weg zum nächsten Aussichtpunkt oberhalb der Burg mit Blick über Lisssabon.

Largo de Sao Cristovao 3, Lissabon 1100, Portugal

RESTAURANTE CARMO

Ein etwas gehobeneres Restaurant in Chiado, direkt hinter dem gusseisernem Fahrstuhl, dessen Aussichtsplattform man von dieser Ebene auch ohne teuren Eintrittspreis betreten kann. Das unschlagbar günstige Mittagsmenü für 12 Euro soll wohl auch normale Gäste anlocken. Der Service ist sehr zuvorkommend und aufmerksam, das Essen gut und die Auswahl an Weinen beeindruckend. Etwas für besondere Tage.

Largo do Carmo, 11, Lissabon 1200-092, Portugal

PONTO FINAL

Zugegeben, dieses Restaurant liegt nicht in Lissabon, sondern gegenüber in Almada. Aber der Ort ist spektakulär. Am Vormittag setzt man mit einer der Fähren über – die Fahrt dauert keine 10 Minuten und man kann das Metroticket benutzen. Der Spaziergang führt an der verlassenen Hafenzeile entlang, immer mit Blick auf Lissabon auf der anderen Flußseite und kurz bevor man den Fahrstuhl erreicht, der zur Jesusfigur nach oben fährt (man muss den Fahrstuhlführer per Klingel herbeirufen), steht man unweigerlich zwischen den gelben Tischen vom einzigen Restaurant am Ufer, dem Ponto Final. Es ist etwas überteuert, aber das können sie sich leisten. Zur Mittagszeit sind alle Tische voll, man weiß kaum, wo die Leute herkommen. Es lohnt sich also auf dem Hinweg zu reservieren – und sich den Sonnenstand genau zu betrachten, damit man am Ende nicht im Schatten sitzt.

R. Ginjal 72, 2800 Almada, Portugal

DOCA DO SANTO RESTAURANT

Hier dröhnt die berühmte Brücke Pont 25 de Abril fast über die Köpfe hinweg. Es ist eine Restaurantmeile am Hafen, die sicherlich am Abend leuchtend herausgeputzt Touristen herbeilocken soll. Zur Mittagszeit treffen sich im Doca do Santo eher Geschäftsleute, trotzdem kann man sich entspannt 2 Liter weißen Sangria Tropical Fruit bestellen. Der Octopus-Salat war ein hervorrragend und auch das Tagesgericht Steak in Champignon-Soße und Kartoffelchips hätte man zweimal essen können, wäre da nicht die übergroße Portion von der cremigen Mousse Chocolaut. Tolles Ambiente, sehr freundlicher Service – gut, dass man danach die Bahn oder den Bus in die Stadt nehmen kann.

Doca Santo Amaro Armazém CP, 1350-353, Alcântara, Lisboa, Portugal

LX FACTORY

Hat man den Eingang einmal gefunden, muss man sich Zeit lassen, um dieses besondere Gelände zu entdecken: Geschäfte, Ateliers, Friseure, Restaurants und Biergärten. Aufgepasst! – auch in der zweiten Etage finden sich einige Läden. Sicher waren die Gebäude nicht immer in diesem gut renoviertem Zustand und hatten zu einer anderen Zeit auch noch den Charme des Unerlaubten und Brüchigen. Inzwischen gehört hier “underdog” zum guten Ton. Gut essen kann mir trotzdem in entspannter Athmosphäre und wer am Sonnatg vorbeischaut, bekommt auch noch Flohmarkt geboten.

Rua Rodrigues Faria, 103, Lissabon 1300 – 501, Portugal

Natürlich war ich auch in Belem und habe Pastel de Nata probiert, habe in Cascais am Strand gegessen und im Park gepicknickt. Jeder findet seine besonderen Ecken in Lissabon. In diesem Sinne “Ate a proxima!”

Text und Bild: Katja Zimmermann, Andreas Töpfer

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  1. […] Katja gerade 4 Wochen Familienauszeit in Lissabon genommen (Für alle traumschönen Bilder hier entlang) und hat da die Augen nach den neusten Food Trends und alt eingesessenen Lieblingsspeisen der […]

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Food, Home, Lifestyle

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